Ausbilderstammtisch Wien

Jeden 2. Dienstag im Monat, ab 17:00 Uhr

Schwabl Wirt, Erdbergstr. 111, 1030 Wien

Geschlossene Veranstaltung: Nur für Ausbilder oder Personalverantwortliche!

Anmeldung

 

Nachlese der Stammtische in Wien

08

Jan13

Krankenstand

Info eines Unternehmens: nicht von der Krankenkasse bezahlte Eingriffe (z.B. Augen lasern) gelten nicht als Grundlage für einen Krankenstand. Daher müssen Lehrlinge die Erholungszeit nach so einem Eingriff als Urlaub konsumieren.

Events

Ein Betrieb fährt zum Abschluss mit den Lehrlingen (jeweils rund 30 Personen) für 4 Tage nach Hamburg ein anderer Betrieb bietet den Lehrlingen über die Berufsschule 4 Tage Frankfurt und einen Sprachaufenthalt in England an.

Bewerbungen

Die Tendenz, vor allem bei großen Betrieben, ist dass die Bewerbungsprozesse immer früher starten. Um die Besten zu bekommen ist die Bewerbungszeit meist Jan/Feb und mit Mar/Apr sind bereits die Lehrverträge unterschrieben.

Wer sucht einen Tischlerlehrling?

Ein Unternehmen hat einen Lehrling, der seit 1 ½ Jahren die Lehre zum Elektrotechniker macht aber eigentlich von Herzen Tischler lernen möchte (haben ihm seine Eltern nicht erlaubt). Falls jemand diesen Lehrlinge übernehmen kann und möchte stellen wir gerne den Kontakt her.

Anrechnung Schulzeiten in Berufsschulen (nur Wien?)

Nachdem die BS darauf besteht, dass Schulabschlüsse wie z.B. die HBLAWB, die HASCH oder auch die 3-jährige HAK (ohne Matura) angerechnet werden müssen, nehmen einige Betriebe inzwischen keine Jugendlichen mit diesen Abschlüssen auf. Diese würden nämlich von der BS in die 2. Klasse eingestuft werden, wären aber im Betrieb im 1. Lehrjahr. Ansonsten wäre nämlich die Personalplanung nicht mehr schlüssig. Jugendliche können mit dem 18. Lebensjahr diese „Aufstufung“ auch selbst beantragen!

Wieder die Gewalt

Die Gewerkschaft VIDA plant eine Kampagne gemeinsam mit Lehrlingen zu obigem Thema. Eine Firma hat in der Vergangenheit bereits interne Schulungen zum Thema gemacht.

Qualitätssicherung Prüfer Lehrabschluss

Das IBW (Herr Müller) ist eine Art „Clearingstelle“ für die „Ausbildung“ der Prüfer. Das IBW arbeitet auch an qualitätssichernden Maßnahmen wie einheitliche Prüfungsvorgaben und Fragekatalogen.

Niveau Jugendliche

In DE ist das Niveau der Jugendlichen inzwischen deutlich höher als jenes in Österreich. Die dort eingesetzten Aufnahmetests, aber auch die Abschlussprüfungen, würde in Österreich kaum ein Jugendlicher ver- bzw. bestehen. In DE hat inzwischen der Großteil der Bewerber auch bereits Abitur. Das ist insofern doppelt bedenklich, weil DE im PISA-Test nicht sehr weit vor Österreich liegt.

Allgemein zu Suchmaschinen

Ein interessanter Hinweis auf die Suchlogik von google & Co. Ein Teilnehmer weist darauf hin, dass es sinvoll ist, die Suche nach einem Urlaubsangebot auf mehreren Computern durchzuführen. Hintergrund: google registriert die Mehrfachsuche nach z.B. Urlaub in Griechenland. Und die EDV-Systeme der Reiseveranstalter sind inzwischen so aufgebaut, dass die angebotenen Preise bei solchen Mehrfachsuchen höher sind. Weil man davon ausgehen kann, dass hinter dieser Suche ein großes Interesse an einem bestimmten Gebiet besteht und der Suchende somit bereit ist, auch etwas mehr zu zahlen.

Nachstehend ein interessanter Artikel einer Teilnehmerin zum Thema: Big Data die digitale Goldmine

http://www.zeit.de/2013/02/Big-Data

 

11

Dez12

Handy und Social Media

Eine Firma rät den Lehrlingen an ihrem 1. Arbeitstag, dass sie in allen Social Media Kanälen verkünden sollen, das sie ab sofort arbeiten, die Arbeitszeit von 7:00 bis 16:00 Uhr ist und dass sie in dieser Zeit nicht tot sondern nur nicht erreichbar sind.

Berufsschulen

Ein Diskussionspunkt war diesmal auch, was ist für die Lehrlinge und Betriebe besser: wöchentliche Berufsschule oder Unterricht im Block. Die Meisten waren der Meinung, dass der Blockunterricht sowohl für die Lehrlinge als auch für die Betriebe sinnvoller ist.

Ein Betrieb hat die Lehrlinge von ganz AT pro Lehrjahr im Block in der Berufsschule und ist total begeistert: die Lehrlinge lernen sich untereinander kennen, sie lernen miteinander (die Guten helfen den Schlechten), sie können sich während dem Blockunterricht voll auf die Schule konzentrieren und danach wieder voll auf die Lehre. Während der Schulzeit werden die Lehrlinge einmal von den Lehrlingsverantwortlichen besucht, es wird gemeinsam Abendgegessen und über das Befinden geplaudert.

Ausbildungsplan

Wer erstellt in Ihrer Firma den Ausbildungsplan?

Hier gibt es unterschiedlichste Vorgehensweisen: Ausbildungsleiter erstellt den Ausbildungsplan und stimmt diesen dann mit den Abteilungen ab oder Abteilungen machen den Ausbildungsplan und stimmen diesen dann mit der/dem Ausbildungsleiter ab.

Wie handhaben Sie das?

Lehrlingstreffen

Ein Betrieb erzählt, das die Lehrlinge pro Lehrjahr regelmäßig zusammen treffen und erzählen, wie es ihnen in den Abteilungen geht, wie es in der Schule geht, was es überhaupt Neues gibt, Krankenstandsbestätigungen etc. werden abgesammelt. Die Lehrlinge müssen regelmäßig ihre Lehrlingstagebücher führen und diese abgeben. Die Tagebücher werden kontrolliert und mit Kommentaren versehen an die Lehrlinge retourniert.

Bewerbungen

Bei einem Betrieb gibt es erstmals einen Lehrling für den Lehrberuf Personaldienstleistung. Der hat in diesem Jahr die Bewerbungen selbständig bearbeitet und für die Entscheidung vorbereitet. Hat aufgrund der altersbedingten Nähe zu den Bewerbern sehr gut funktioniert.

Talentepool

In Deutschland gibt es Regionen, in denen die Firmen einen „Talentepool“ nutzen. Ziel ist, dass Firmen auf elektronischem Weg Bewerberprofile für andere Firmen freigeben, wenn sie selbst schon genug bzw. zu viele neue Lehrlinge haben. Selbstverständlich erst nach Zustimmung des Bewerbers. Damit können kleinere Firmen leichter an Lehrlinge kommen. Und die großen Firmen haben einen weiteren Beitrag zum eigenen Employer Branding, da sie sich auch um jene Jugendlichen bemühen, die sie nicht aufnehmen können.

 

13

Nov12

Schnuppern

Eine Firma hat mit den Ausbildern ein sehr gutes Schnupperkonzept erstellt. Vorgabe für die Inhalte war: „was müsstest du wissen, damit Du einen Schnupperer am Ende des Tages bewerten kannst?“ Die Jugendlichen dürfekn kleine reale Dinge tun wie z.B. Lademeter berechnen oder ADR Klassen überlegen (was ist ein Gefahrgut – Parfumöl?) In einer anderen Firma dürfen Schnupperer in der Lehrwerkstatt kleine Werkstücke machen und als Erinnerung mit nach Hause nehmen.

Bewerbungsprozess

Bei einer Firma werden rund 30 je Testdurchgang eingeladen, davon antworten rund 30% (!), davon kommen 15% dann nicht und 2% werden nach einem Test zum Schnuppertag eingeladen.

Berufsorientierung

Ein Betrieb versucht immer wieder, das Berufsbild an höheren Schulen vorzustellen, wird aber meist abgelehnt weil die Schulen Angst vor der Konkurrenz (um die Jugendlichen) haben. Eine Teilnehmerin gibt den Tipp, über die Thematik Vorstellung Praktikumsplätze zu gehen. Das interessiert die Schulen und ist keine Konkurrenz sondern willkommene Ergänzung. Anregung von einer anderen Teilnehmerin: es gibt auch an höheren Schulen berufspraktische Tage

Idee Bildungsprämie

Was hat ein Lehrer davon, wenn er Berufsvorbereitung mach? Benötigen Lehrer einen Anreiz? Vielleicht wäre eine mögliche Idee, Bildungsprämien für Lehrer zu vergeben. Jene Lehrer, die sich aktiv interessieren bekommen eine Prämie als Anerkennung.

Lehrtagebuch

In einem Betrieb führen die Lehrlinge über die gesamte Lehrzeit ein Lehrtagebuch (das auch Grundlage für die Prüfung ist). Her werden alle relevanten Dinge notiert und von Zeit zu Zeit mit den Ausbildern besprochen.

Integration neue Lehrlinge

Was bereiten Firmen alles vor, wenn Lehrlinge neu in den Betrieb kommen bzw. in andere Abteilungen wechseln: Vorbereitung der Kollegen/des neuen, Begrüßungsrituale, Bedienungsanleitungen, sich in anderen Abteilungen genau über den Lehrling erkundigen (Schwächen und Stärken)

Trainingsqualität - Frage an die Runde

Wie stellen Unternehmen die Trainingsqualität in den Bundesländern sicher? Für Lehrlinge, die in Filialen arbeiten. Hier würden wir uns sehr über Ihren Input freuen!

09

Okt12

Outdoor Events:

Eine Firma macht jedes Jahr zum Beginn des 1. Lehrjahres ein Outdoor Event mit zelten. Diesmal hat es fürchterlich geregnet und trotzdem waren die Jugendlichen total begeistert. Dies ist für das Kennenlernen und den Zusammenhalt sehr wichtig.

Überbetriebliche Ausbildung:

ibis acam und Jugend am Werk werden hinterfragt. Wer entscheidet über die Vergabe von Lehrlingen bzw. welche Lehrberufe werden in den überbetrieblichen Ausbildungsstätten gelehrt? Warum werden z.B. Industrielehrlinge dort ausgebildet, obwohl diese Einrichtungen das Berufsbild in der Praxis gar nicht erfüllen können? Leider konnten wir diesmal keine Antworten finden.

Anrechnung von Schulzeiten:

Ein Betrieb soll (politischer Wunsch) HASCH-Absolventen ein Lehrjahr angerechnet bekommen, obwohl die Jugendlichen das gar nicht wollen. Die Jungendlichen wollen eine komplette Lehre absolvieren. Tendenz im Wiener Landtag, dass abgeschlossene Schulen anerkannt werden müssen.

Lehrlinge mit besonderen Bedürfnissen:

Seitens AMS wird auf Lehrlinge mit besonderen Bedürfnissen zu wenig geschaut. Eine Firma erzählt, dass sie einen Installationstechniker gesucht haben. Das AMS hat einen sehr netten jungen Mann geschickt, allerdings hat er auf der rechten Hand nur halbe Finger. Mit diesem Handicap kann man keine Feinarbeiten als Installationstechniker machen. Der junge Mann musste leider abgelehnt werden. Dies ist für diesen jungen Menschen natürlich nicht sehr motivierend. Hier müsste vom AMS ein geeigneter Beruf gefunden werden.

Migrationshintergrund:

Ein Lehrbetrieb hat in den Lehrverträgen für Muslime eine Zusatzvereinbarung, dass die Muslime sich ausdrücklich bereiterklären müssen, Schweinefleisch anzugreifen/zu verarbeiten. Ein Lehrbetrieb der Köche/Köchinnen ausbildet hat hier große Probleme.

 

18

Sep12

Mediationsverfahren:

Eine Teilnehmerin hat große Probleme mit einem Lehrling. Er hat schon einige Verwarnungen sowohl von der Firma als auch von der Schule bekommen. Er hat anscheinend den Ernst der Lage bis jetzt nicht erkannt. Es soll ein Mediator eingesetzt werden um dem Lehrling noch eine Chance zu geben bzw. soll es auch für die anderen Lehrlinge ein Zeichen sein, dass es bei so einem Verhalten Konsequenzen gibt. Die Firma hat von der WKO eine Mediatoren Liste erhalten und wurde informiert, dass 3 Monate vor Ende des Lehrjahres die Mediation beginnen muss. Hat jemand von Ihnen bereits Erfahren mit Mediation? Gerne leiten wir Ihre Erfahrungen an die betreffende Firma weiter.

Schnuppertage:

Die Frage, ob Firmen Jugendliche zum Schnuppern einladen wurde unterschiedlich beantwortet. Zum einen gibt es für die Jugendlichen die Möglichkeit, durch berufspraktische Tage, Vermittlung durch Schulen, etc. sich bereits im Vorfeld die verschiedenen Berufe anzuschauen. Es ist bei kaufmännischen Berufen sehr schwierig, das Berufsbild zu vermitteln. Bei Einzelhandelskaufmann oder Gärtner ist dies wesentlich einfacher. Da kann der Jugendliche zuschauen und sich ein Bild von diesem Beruf machen. Zum anderen bieten viele Firmen nach dem bestanden Aufnahmetest Schnuppertage an. Hier können die jugendlichen sich ein Bild von der Firma und vom Beruf machen.

Überbetriebliche Ausbildung:

Junge Menschen, die keinen Ausbildungsplatz gefunden haben, machen oft eine überbetriebliche Ausbildung. Die Lehrlinge müssen ebenso die Berufsschule besuchen und sich Praxisplätze suchen, damit sie weiter vermittelt, bzw. Ihre Lehrabschlussprüfung machen können. Es gibt einige Firmen, die bereits sehr gute Erfahrung mit solchen Lehrlingen hatten. Die Vorteile für Firmen sind unter anderem, Lehrlinge können auch während der Lehrzeit fix übernommen werden und es gibt die Möglichkeit (unter der Option, dass eine Übernahme beabsichtigt ist) sich die Lehrlinge für drei Monate anzuschauen.

Lehrlingsausflüge:

Eine Firma hat im August Ihre Lehrlinge, zwecks besserem vernetzen untereinander, zum Kitesurfen am Neusiedler See eingeladen. Eine andere Firma hat jene Lehrlinge, die mit Auszeichnung Ihr Lehrjahr abgeschlossen haben, auf die Sommerrodelbahn eingeladen. Zur Überraschung waren da auch unsere Olympia Rodler mit ihren Goldmedaillen. Es wurde ein Wettrennen veranstaltet.

 

28

Aug12

Berufsinformation

Ein großes Thema war, wie Schulen und Jugendliche bessere Informationen über Firmen und Berufe bekommen können. Derzeit konzentrieren sich die berufspraktischen Tage in Wien alle auf Okt/Nov. Wenn es hier Wege gibt, wie man die Ferienzeit (9 Wochen!) nutzen könnte, wäre allen geholfen. Da vielen Berufschullehrern das aktuelle Wissen in der Praxis fehlt, bietet eine Firma in den Ferien an, den Mitarbeitern über die Schultern zu schauen und das Wissen wieder aufzufrischen. Dies wird von den Berufschullehrern auch gerne angenommen.

Wissen

Eine Firma stopft die Wissenslöcher ihrer Lehrlinge durch fachspezifische Indoortrainings. In Fachvorträgen vermitteln die eigenen Mitarbeiter das fehlende Wissen. Dies wird sowohl von den Mitarbeitern als auch von den Lehrlingen sehr gut angenommen.

Eintritt

In Deutschland ist der eindeutige Trend, dass die Jugendlichen vorher ein Abitur/mittlere Reife ablegen und danach mit einer Lehre beginnen. Dadurch gibt es schon Großkonzerne, die auf eine Testung der Lehrlinge verzichten. Beim Stammtisch ist (wieder) die Frage aufgetaucht, wie mit jenen Jugendlichen optimal umgegangen werden kann, die nicht zur Top-Kategorie zählen. Diese Kategorie wollen ja alle, in Zukunft wird aber die breite Mitte ein wichtiger Teil – Stichwort geburtenschwache Jahrgänge.

17

Jul12

Bewerbungen:

Jugendliche suchen teilweise wieder verstärkt nach Sicherheiten. Die meisten Unternehmen nutzen ein mehrstufiges Verfahren: Check Bewerbung und Zeugnis (bei „Befriedigend“ in der 3. Leistungsstufe keine Chance) gibt es die Möglichkeit, das Verhalten der Bewerber in der Gruppe während des Castings an sich und auch rundherum zu beobachten. Die Wiener Stadtwerke laden dabei alle Bewerber bewusst zum gemeinsamen Mittagessen ein. Bei Siemens erhalten die Bewerber, die zum Gespräch eingeladen werden die Aufgabe, eine kurze 5-Minuten Präsentation über einen Siemens Bereich ihrer Wahl vorzubereiten. Zeigt die Interessen und den Umgang mit Medien und der Beschaffung von Informationen.

Die Bewertung von Jugendlichen durch Lehrlinge ist in der Praxis nicht sinnvoll, da diese eher nach „optischen“ oder „coolen“ Gesichtspunkten entscheiden würden. Die Jugendlichen in die Gestaltung von Inseraten, Unterlagen etc. einzubinden ist jedoch sehr zielführend, da diese die Sprache der Zielgruppe am besten verstehen.

Bei der Qualität der Bewerber wird die Kluft immer größer: ein ganz schmaler Prozentsatz an sehr guten trifft auf einen immer größeren Prozentsatz an überhaupt nicht geeigneten. Die Mittelschicht wird zunehmend kleiner, wahrscheinlich durch die große Konkurrenz der Schulen. In diesem Zusammenhang trifft auch der Wegfall von klassischen Hilfsarbeiterpositionen, die früher Großteils jene Jugendlichen ergriffen haben, die für keine Lehre geeignet waren.

Jungmütter und –väter als Lehrlinge:

Alle betroffenen Unternehmen berichten, dass sie damit beste Erfahrungen gemacht haben. Würde man sogar begrüßen, allerdings gibt es kaum Bewerbungen von Jugendlichen, die schon in dieser Rolle sind. Jene, die während der Schwangerschaft Eltern werden zeigen meist eine ganz neue Motivation, Ehrgeiz und Ernsthaftigkeit während der restlichen Lehrzeit.

Migrationsthemen

Viele Unternehmen haben beste Erfahrungen mit türkischen Mädchen, die allerdings manchmal nach oder noch vor Ende der Lehrzeit unerwartet „verschwinden“. Hier spielen immer noch traditionelle Familienmuster eine große Rolle. Generell ist der Umgang mit Migrationslehrlingen bei den anwesenden Firmen keine Herausforderung. In der Industrie war das am Anfang bei den altgedienten Aubildern/Meistern teilweise der Fall. Das wurde aber über gezielte Schulungen in den Griff bekommen. Besonders hervorgehoben wurde in diesem Zusammenhang die gute Qualität jener Bewerber, die über das AMS gekommen sind.

 

15

Mai12

Leider ist es für uns diesmal schwierig eine Nachlese zum Ausbilderstammtisch zu verfassen. Es haben sich verschiedene Gruppen gebildet, z.B. Speditionsgruppe, Bank und Versicherung, etc., die über firmenspezifische Thematiken diskutiert haben.

17

Apr12

Bereits der 3. Stammtisch in Wien und wieder waren viele neue Teilnehmer zum ersten Mal dabei. Diesmal waren enorm viele Themen im Gespräch, daher gliedern wir die Zusammenfassung, um Ihnen die Orientierung zu erleichtern.

Social Media Nachtrag

In der Nachlese zum Social Media Thema kamen zwei wesentliche neue Punkte auf. Ein Teilnehmer warf die Überlegung auf „wie können wir die Ausbildung an sich so spannend machen, dass unseren Lehrlingen facebook gar nicht abgeht“. Ein spannender Ansatz, der ohne Verbot auskommen würde. Die Antwort dazu konnten wir noch nicht finden.

Mobbing

Ein großes Thema rund um Mobbing aufgetaucht: dieses findet zunehmen auf facebook statt und zumindest bei einem Betrieb in einer Form, die bisher nicht vorgekommen ist. Der Kommentar einer Jugendlichen, die früher gehen durfte auf FB „ich bin schon zu Hause, mir geht’s gut“ führte dort zu heftigen Attacken in FB und auch real. Über die rasche Verteilung an ganze Freundeslisten ist die Heftigkeit deutlich höher. Generell unterstützen solche Medien die „neuen“ Formen von Mobbing wie kompromittierende Fotos hochladen, happy slapping (Videos mit dem Handy) und ähnliches. Die Diskussion hat sich diesmal eher damit beschäftig, wie wir Lehrlinge sensibilisieren können, dass solche Dinge unter Umständen sogar strafrechtlich relevant sein können. Auch die Berufsschulen sind nach Meinung der Teilnehmer noch kaum auf das Thema aufmerksam geworden und vermitteln daher diesbezüglich auch nichts.

Facebook Fotos allgemein

Beim Thema facebook kam auch ein Aspekt zur Sprache, der kaum jemandem bewusst war. Daher sei hier besonders darauf hingewiesen: laut allgemeinen Nutzungsbedingungen überträgt jeder, der ein Foto hochlädt, damit automatisch das uneingeschränkte Nutzungsrecht an Facebook! Das gilt nur nicht bei markenrechtlich geschützten Logos etc. Aber z.B. für jedes private Foto! Daher doppelte Vorsicht beim Hochladen.

Rekruiting

Die Frage, ob im Rekruiting Prozess Kandidaten „gegoogelt“ werden, wurde für den Lehrlingsbereich einhellig verneint. Bei anderen Positionen wird das aber zunehmend gemacht.

Ausbilder

Ein Schwerpunkt der Diskussion hat sich rund um die Befähigung von Ausbildern entwickelt. Zusammengefasst ergab sich das Bild, dass Ausbilder darauf vorbereitet werden müssen, dass sich die Jugendlichen verändert haben. Abwarten, ob andere Jugendliche kommen, würde nichts bringen. Zunehmend sind Ausbilder als eine Art Erzieher gefordert, auch hier war die Meinung, es ist eben Realität und es bringt nichts, das zu ignorieren. Bei der Auswahl von AB sehen viele Teilnehmer Schwerpunkte in einer klaren Kommunikation (was bedeutet es, einen Jugendlichen auszubilden); wie findet man die geeigneten (nicht „der Lehrling soll mir Arbeit abnehmen“ sondern „ich will einen jungen Menschen in seiner Entwicklung unterstützen“); wie schafft man das Bewusstsein bei den Führungskräften (Ausbildung ist Arbeit, wie wird der Alltagsdruck reduziert).

Best practice

Eine Teilnehmerin berichtete über ein unserer Meinung nach vorbildliches Lehrlingsmodell. Dort sind die Lehrlinge mit allen Kosten auf einer zentralen Kostenstelle verbucht, die Abteilung in der er ausgebildet wird, hat keine Kosten zu tragen. Nach der Rotation sucht sich der LL die Abteilung aus, in der er arbeiten will. Daher sind die Abteilungen vor allem bei den Guten LL sehr interessiert, diesen zu halten. Die LL bewerten regelmäßig sowohl die Abteilung als auch die Ausbilder. Die Ergebnisse werden in der PE zentral evaluiert und dienen als Grundlage für nötige Korrekturen. Über die gesamte Lehrzeit bekommen die LL im 14-Tage Rhythmus jeweils einen ½ Tag Sozialkompetenz vermittelt.

Lehre mit Matura

Hier gibt es in der Wahrnehmung einen großen Unterschied in der Erwartung der Eltern und der Jugendlichen. Was wenigen bewusst zu sein scheint ist, dass die Matura die man mit der Lehre gemeinsam ablegt eine Berufsreifeprüfung darstellt. Sie vermittelt nicht das Allgemeinwissen einer „herkömmlichen“ Matura. Laut einer Teilnehmerin hören rund 50% während der Ausbildung wieder auf und zumindest in Wien ist das Modell noch nicht sehr verbreitet. Es senkt nach merheitlicher Meinung auch die Qualität der Ausbildung, da die zusätzliche Belastung zu Leistungsminderungen führen kann. Das Modell wird eher als „Marketing-Modul“ gesehen, um die Lehre an sich attraktiver zu machen.

 

20

Mar12

Auf vielfachen Wunsch hatten wir diesmal zwei Social Media Experten, Herrn Mittermair und Herrn Friesenecker (Brands and Friends) zu Gast, welche uns einen kurzen Überblick zum Thema Facebook & Co gaben. Während des Vortrages kam es schon zu einer regen Diskussion rund um das Thema Social Media.

Wir wollen Ihnen diesen interessanten Vortrag natürlich nicht vorenthalten und übersenden Ihnen folgende Unterlagen, damit auch diejenigen, die diesmal nicht dabei sein konnten einen Überblick zum Thema Social Media haben:

1. die Unterlagen auf Slideshare inklusive aller Videos direkt im Browser abspielbar (http://www.slideshare.net/bfmmAT/social-media-ausbilder-lehrlinge)

2. die Unterlagen klassisch als PDF-Datei senden wir auf Wunsch gerne zu – Achtung: Datei hat allerdings 11 MB!

 

21

Feb12

der erste Ausbilderstammtisch in Wien

Wie angekündigt gab es kein vorgegebenes Programm. Was die Anwesenden nutzten, um sich untereinander darüber auszutauschen, was in der täglichen Arbeit alle verbindet. Die Aufgabenstellungen im Recruiting und in der Ausbildung von Jugendlichen sind in den meisten Unternehmen sehr ähnlich. An dieser Stelle bedanken wir uns sehr herzlich bei allen Teilnehmern für die absolute Offenheit. Es wurden an diesem Abend wirklich viele Anregungen untereinander ausgetauscht, wie manche Themen in einzelnen Betrieben gelöst werden. Jene Themen, die für den größten Diskussionsstoff gesorgt haben, stellen wir nachstehend exemplarisch heraus:

Qualität Berufsschulen

Wurde quer über alle Berufe als „deutlich verbesserungswürdig“ bezeichnet. Wobei es oftmals auch am Willen seitens der Schulen zu fehlen scheint, da es genug Angebote seitens der Unternehmen gibt. Eine praktische Anregung war, dass regelmäßiger Kontakt zumindest dazu führt, dass die aktuelle Zusammenarbeit besser wird. Wobei auch dabei an den grundlegenden Problemen nichts geändert wird. Positiv erwähnt wurde die Berufsschule für den Lehrberuf „Einkäufer“. Hier ist man sehr bemüht und forciert auch seitens der Schule eine aktive Zusammenarbeit.

Lehrlinge für den Beruf begeistern

Speziell bei Technik- und EDV-Lehrlingen hat sich bei einem Unternehmen bewährt, die Kunden und Projekte in den Mittelpunkt zu stellen und nicht in erster Linie das eigene Unternehmen.

Motivation für Lehrlinge bei guter Leistung

Gemeinsam war eher die Meinung vertreten, dass Geld nur ein kurzfristiger Anreiz ist. Und vor allem gab es die Frage, motiviert eine Prämie am Ende des Lehrjahres wirklich für engagiertes Verhalten während des gesamten Jahres. Eine interessante best practice war, dass sich Lehrlinge bei guten Leistungen Freizeit durch zusätzliche Urlaubstage erwerben können.

Umgang mit Handynutzung, social media & Co

Einig war sich die Gruppe darin, dass hier die Ausbilder stark in der Pflicht sind. Wenn diese Vorbilder während der Arbeitszeit privat telefonieren, facebooken und ähnliches dann wird es nicht möglich sein, die Jugendlichen hier einzubremsen. Wichtig ist auf jeden Fall, die Nutzung oder eben Nicht-Nutzung in der Betriebsvereinbarung und/oder Hausordnung klar zu regeln. In einem Unternehmen geben die Lehrlinge das private Mobiltelefon morgens bei der Ausbildungsleiterin ab, können es in der Mittagspause wieder nutzen und bekommen es nach Dienstende wieder (Ausnahme bei Notfällen). Das hat den Begleiteffekt, dass die Ausbildungsleiterin jeden Lehrling mindestens 4x am Tag sieht und somit auch ein klares Bild darüber hat, wie es den Jugendlichen gerade geht. Hier kann gegebenenfalls auch aktiv eingegriffen werden.

Das letzte Thema werden wir auf Wunsch der Teilnehmer für den nächsten Stammtisch aufbereiten und versuchen, einen Experten für dieses Thema als Gast einzuladen. Wir bedanken uns sehr, sehr herzlich für die aktive Teilnahme, die um 19:00 Uhr durch den Amoniak Austritt ganz in der Nähe unseres Lokals schlagartig beendet wurde. Und freuen uns auf die angekündigt Fortsetzung des Dialogs. Auf einstimmigen Wunsch aller Anwesenden werden wir alle zukünftigen Stammtische zur selben Zeit veranstalten.